Kaliningrader Haff (russischer Teil des Frischen Haffs)

Das Frische Haff – Besonderheiten des Gewässers

Das Frische Haff, in Russland Kaliningrader Haff genannt, ist eine Lagune der Ostsee und liegt im Hintergrund der Danziger Bucht (Zatoka Gdañska). Sie wird von der Ostsee durch eine sandige Halbinsel, die Frische Nehrung (in Russland auch Baltik-Nehrung genannt), getrennt. Der nordöstliche Teil des Haffs gehört territorial zu Russland und liegt im südwestlichen Teil des Bezirks Kaliningrad (Oblast Kaliningrad). Die Gesamtlänge der Küstenlinie des Haffs beträgt 270 km, davon sind 149 km russische Küsten. Die durchschnittliche Tiefe des Gewässers beträgt 2,7 Meter, die maximale Tiefe bis 5,2 Meter. Die Fläche beträgt 838 qkm, davon befinden sich 472,5 qkm (56,2%) in den Grenzen Russlands. Im nordwestlichen Teil bildet das Haff eine halbrunde Primorskaja Buchta (deutsch: Fischhausener Bucht). Vom Westen ist sie vom Hauptteil der Frischen Nehrung begrenzt, die in der Nähe der Stadt Baltijsk (deutsch Pillau) durch die 400 Meter breite Meeresenge getrennt ist. Ausbaggerungen wird die Fahrt der Schiffe über die Meeresenge auf die offene  Ostsee ermöglicht. Das Wassersystem des Kaliningrader Haffs und des ganzen Frischen Haffs ist in großem Maße sowohl vom Abfluss der Flüsse als auch vom Wasseraustausch der Ostsee abhängig. Ins Frische Haff münden u.a. Pregolja (deutsch Pregel), Mamonowka (deutsch Bahnau) und Prochladnaja (deutsch Frisching).

Die Küsten des Frischen Haffs sind niedrig und schlammig und steigen nur an manchen Stellen etwas an. Das Gewässer ist von Sandbänken, die bis 2 m tief und 0,8 bis 1,6 km breit sind, umgeben. Der Grund des Haffs besteht überwiegend aus Ton. Nur an manchen Stellen gibt es Ton- und Sandboden.

Hauptfahrwasser auf dem Frischen Haff

Kaliningrader Seeschifffahrtskanal (russisch Kaliningradski Morskoi Suchodny Kanal, ursprünglich Königsberger Seekanal) –führt vom Hafen Baltijsk (Pillau) zum Seehafen in Kaliningrad (Königsberg). Die Mindesttiefe im befahrbaren Teil des Seekanals beträgt 8,5 m. Der Grund besteht aus Sand und Schlamm. Die geringste Breite des von Dämmen abgeschirmten Kanalteiles beträgt 40 m, und bei dem nichtabgeschirmten Seekanal sind es 65 m. Die Dämme umfassen den Seekanal von Süden her (außer den südöstlichen Teil der Primorskaja Bucht) und bilden künstlich angelegte Inseln mit den Nummern 1-8, beginnend beim Seehafen Kaliningrad bis zur Primorskaja Bucht. Die Dämme sind mit dichtem Laubwald bewachsen, der die Schiffe vor dem Südwind schützt. Zwischen den Dämmen befinden sich Durchfahrten, die bis zu 30 Meter breit und 0,5 – bis 2,5 Meter tief sind. Die Tiefen in den Durchfahrten sind unterschiedlich, doch hinter den Inseln gibt es dagegen Untertiefen. Daher findet das Auslaufen der Yachten mit einem Tiefgang über 2 m vom Kanal auf das Frische Haff nur im offenen Bereich sowie über die bei der Durchfahrt an der Insel Nummer 1 statt. In der Nähe des Nordufers des Kaliningrader Seekanals gibt es Untertiefen mit weniger als 1 m. Die Schifffahrt in diesem Gebiet ist sehr gefährlich. Der Kaliningrader Seekanal ist mit Navigationsleuchtfeuer ausgerüstet. Besonders viele Seezeichen befinden sich an bei den Manöverierstellen sowie in den Kurven. An der südlichen Seite des Seekanals wurden je 100 m weiß gestrichene Baken aufgestellt, mit Abstandszahlen von der Einfahrt (Baltijsk - Pillau) auf den Seekanal gemessen.

Hauptfahrrinne des Frischen Haffs (ursprünglich Pillauer Rinne) – mit weiß-roten Leuchttonnen gekennzeichnet - führt von der Grenze Polens zur Pillauer Insel (Ostrow Nasypnoj). In der Höhe von Krasnoflotskoje (deutsch Korben), an der rechten Seite der Hauptfahrrinne, befinden sich gefährliche Steinuntiefen und versunkene Schiffswracks. Hinter der Pillauer Insel (Nasypnoj) führt von der Hauptfahrrinne eine Einfahrt zum Kaliningrader Seeschifffahrtskanal (Königsberger Seekanal). An der Südküste des Haffs befindet sich der abgeschirmte Hafen Uschakowo (deutsch Brandenburg). Am Ende des Schifffahrtsweges auf dem  Frischen Haff verbindet sich die Pillauer Rinne mit dem Endabschnitt des Kaliningrader Seeschifffahrtskanals. Über die Hafengewässer kann man nach Kaliningrad kommen oder durch die Einfahrt zum Kaliningrader Yachtklub gelangen, der an der südlichen Küste liegt. Die Fahrrinne ist für Yachten mit einem Tiefgang bis 2 m befahrbar.

Der Hafen Baltijsk (deutsch Pillau) - Kaliningrader Yachtklub – Die Fahrrinne ist für Yachten mit maximalem Tiefgang bis 2 m bestimmt. Der Wasserweg führt von der Frischen Nehrung, über den Kaliningrader Seekanal bis zur Primorskaja Bucht und weiter auf dem Frischen Haff zum Kaliningrader Yachtklub. Die Routenlänge beträgt 34,6 km.

Der Hafen Baltijsk (deutsch Pillau) - Kaliningrader Yachtklub – Die Fahrrinne wird empfohlen für Yachten mit einem Tiefgang bis 1,5 m. Die Fahrrinne erstreckt sich von der Frischen Nehrung bis zur künstlich angelegten Pillauer Insel (Ostrow Nasypnoj) und weiter auf dem Frischen Haff zum Kaliningrader Yachtklub. Die Routenlänge beträgt 36,3 km. Während der Segelfahrt, insbesondere auf der Wasserroute (Pillauer Rinne) von Pillau bis zur Pillauer Insel, ist Vorsicht geboten und es wird empfohlen, den nordwestlichen Abschnitt der Fahrrinne zu beachten. In der Nähe stellen aus dem Wasser ragende Anleger und Betonelemente eine Gefahr dar. Darüber hinaus befinden sich unter Wasser Pfähle und andere ungekennzeichnete Hindernisse.

 

Gefahren:

- eine Steinuntiefe Szczukinskaja, die 4 Kilometer nordwärts von der Küste in der Gegend der Siedlung Szczukino liegt,
- ein Schiffswrack im Abstand von 2,4 km westlicher Richtung vom Ort Kurgannyj,
- in der Bucht Primorskaja sowie im Südteil des Haffs kann man Hindernisse antreffen, die auf den Seelandkarten nicht markiert sind (z. B. Fischernetze).


Primorskaja Bucht (deutsch Fischhausener Bucht)  Die Bucht ist nicht schiffbar und für Ausländer nicht zugelassen. Das Gewässer ragt östlich vom Pillauer Hafen stark in die Sambijski Halbinsel (deutsch Samland) ein. Die nördlichen und östlichen Küsten der Bucht sind mit kleinem Gebüsch, Schilf und Gras bewachsen. An der westlichen Küste gibt es einen Wald, der sich allmählich von Süd nach Nord vergrößert. Im mittleren Teil ist die Bucht 3,3 -3,9 m tief, in Küstenrichtung nimmt die Tiefe stufenweise ab. Im südöstlichen Teil der Bucht gibt es Untiefen durch Schlamm- und Sandbänke. Der Gewässergrund ist schlammig, es gibt auch grauen Sand und stellenweise Schlamm mit Muscheln. An den Küsten des Haffs entlang, insbesondere im östlichen Gewässerteil, wachsen viele Wasserpflanzen.
In der Linie der nördlichen Haffküste verläuft der 32,4 km lange Königsberger Seekanal, der Baltijsk (Pillau) mit dem Hafen in Kaliningrad verbindet.


Zur allgemeinern Segelzeit sind die Wetterbedingungen günstig. Sie werden vom Klima der südöstlichen Ostsee geprägt. Die ständige Beobachtung der Küste wird durch gute Sichtweiten erleichtert. Gleichwohl können im Sommer oft Nebel auftauchen. Die Windgeschwindigkeiten reichen von 5 - 8 m/s. Südwestliche, westliche oder nördliche Winde sind vorherrschend. Stürme gibt es äußerst selten und sie sind nicht gefährlich. Außer einer Brise weht in diesem Teil des Haffs manchmal ein örtlicher Wind („biern – sztajnwind”) von der Ostsee zur Küste hin. Von Nordwesten her lässt er aber allmählich nach. In Abhängigkeit vom Wind ändert sich der Wasserstand im Frischen Haff. Bei Süd- bis Südwest- und Westwind bleibt der Wasserpegel unverändert. Bei Südwest-, West- bis Nordwestwind steigt der Wasserpegel an. Bei Winden aus anderen Richtungen ist der Wasserstand im Vergleich zum mittleren Meeresspiegel geringer. Die Gewässerströme sind jedoch westlich gerichtet. Bei Stürmen und Westwinden kann der westliche Strom seine Richtung in die Gegenrichtung ändern.


Segeln auf dem Frischen Haff  bereitet keine Schwierigkeiten. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Wasser- und Wetterbedingungen sind zu berücksichtigen. Der Wasserpegel und andere örtlichen Verhältnisse sind zu beachten. In Betracht der vielen Untertiefen ist es wichtig, die Position ständig zu kontrollieren. Insbesondere betrifft das die Wasserfahrzeuge, die in der Nähe der südöstlichen Küste des Frischen Haffs fahren. Beim Segeln soll man sich an Leuchtfeuern und Seezeichen der Nordküste des Haffs und am Königsberger Seekanal orientieren. Am günstigsten sind die Leuchtfeuer und der Leuchtturm in Pillau (Baltyjsk), die Pillauer Insel (Ostrow Nasypnoj) (nur tagsüber), die Richtbarckleuchten von Krasnof³otskoje (Rosenberg), das Küstenzeichen (südlich) - zwei hohe Schornsteine der Stadt Swiet³yj Svetly (Zimmerbude), die Inseln des Königsberger Seekanals, die Kirche in Uschakowo (Brandenburg), die Umrisse der Häuser in Pribie¿nyj und der Stadt Kaliningrad (Königsberg). 



Touristische Nutzung des Frischen Haffs

Der Passagierverkehr auf dem Frischen Haff ist gering und findet nur lokal statt. Ende des 20. Jahrhunderts wurden internationale Schifffahrten eingeleitet. Es waren vor allem Tragflächenboote aus Swiet³yj Svetly (Zimmerbude), Königsberg und Pillau zu den polnischen Häfen des Frischen Haffs: Frombork (Frauenburg), Krynica Morska (Kahlberg) und Elbl±g (Elbing). In den Jahren 2006 – 2009 wurde sowohl die Passagierschifffahrt als auch die Segelfahrt zwischen dem russischen und polnischen Raum des Haffs eingestellt. Eine Unterzeichnung des neuen Übereinkommens über die freie Segelfahrt eröffnete eine neue Chance für die Ausübung des Segel- und Wassersports auf diesen Gewässern. Darüber hinaus gab das Übereinkommen auch eine Segelmöglichkeit  für Wasserfahrzeuge unter der Flagge dritter Länder. Leider entspricht der Verkehr von Segelyachten und Motorbooten auf dem Frischen Haff nicht dem Potenzial und den Möglichkeiten des Gewässers. Der russische Teil des Haffs ist 472,5 qkm groß und das sind 56,2% Fläche des ganzen Gewässers. Im russischen Teil des Haffs gibt es nur ein Seglergebäude sowie 10 Häfen und Anlegestellen. Die dienen meistens den Bedürfnissen der Fischerei, den Güterhäfen oder der Verwaltung. Im Südteil des Frischen Haffs liegen die Häfen Krasnof³otskoje (deutsch Rosenberg) und Uschakowo (deutsch Brandenburg), der Kaliningrader Yachtklub, im nördlichen Teil die Häfen Baltijsk (deutsch Pillau), Primorsk (deutsch Fischhausen), Wsmorje (deutsch Großheidekrug), und eine Passagieranlegestelle in Swiet³yj Svetly (Zimmerbude). Darüber hinaus haben Segler und Motorbootfahrer auch die Möglichkeit, ihre Wasserfahrzeuge im Hafen von Königsberg anzulegen. Leider sind die Hafeninfrastruktur sowie die -gebäude stark verfallen und bedürfen einer Modernisierung. Es wäre auch von Vorteil, ein Netz von Häfen- und Segelbootanlegestellen um das Gewässer herum zu errichten.

Einführung

1

Teil I. Erkundung des Weichsel-Werder-Rings

2

Geschichten aus dem Weichsel-Werder-Ring

3

Harmonie als Schlüssel zur Auslegung von Landschaften im Weichsel-Werder

4

Architektur – das Land der Vorlaubenhäuser und der hydrotechnischen Denkmäler

5

Teil II. Segelrouten auf dem Weichsel-Werder-Ring

6

Wis³a (Weichsel)

7

Martwa Wis³a, Wis³a ¦mia³a, Mot³awa Gdañska

12

Szkarpawa (Elbinger Weichsel)

14

Wis³a Królewiecka

16

Rzeka Elbl±g i Kana³ Jagielloñski

18

Nogat

20

Wielka ¦wiêta - Tuga

24

Zalew Wi¶lany

26

Pas³êka i Kana³ Pas³êki

29

Kaliningrader Haff (russischer Teil des Frischen Haffs)

30

III. Das Segel-ABC bevor Du auf den Werder-Ring segelst…

32

Empfehlenswerte Ausflüge

33

II. Kleiner Werder-Ring

34

III. Zur Hauptstadt des Weichsel-Werders

35

IV. Von Danzig zum Frischen Haff

36

V. Auf der Weichsel nach Danzig

37

VI. Entlang des Frischen Haffs

38

INFO-BLÄTTER

39

Kaptän`s Tipps

40

Wasserverkehrszeichen

41

Wasserverkehrszeichen

42

Teil IV. Schifffahrtsbasis des Weichsel-Werder-Rings

43

Anlegestege in Tczew (Dirschau)

44

Yacht und Passagierhafen in Tczew (Dirschau)

45

Hafen in ¦wibno

46

Fischeranlegestelle in Mikoszewo

47

Marina B³otnik

48

Anlegestelle Têcza in Wi¶linka

49

Lookout in Wislinka

50a

Yachtseeklub Neptun - Górki Zachodnie

50

Anlegestelle Górki Zachodnie (YK Stoczni Gdañskiej)

51

Marina Delphia Yachts - Górki Zachodnie

52

Yachtklub im. Conrada (Conrads Yachtklub)

53

AKM - Akademischer Seeklub - Górki Zachodnie

54

AZS Cosa - Górki Zachodnie

55

NC¯ AWFiS - Nationalzentrum für die Schifffahrt der Sporthochschule in Gdañsk

56

Segelhafen des Seeklubs - Gdañski Klub Morski LOK

57

Anlegestelle an der Strasse „Tamka”

58

Anlegestelle Stewa

59

Anlegestelle Yacht Klub Pó³nocny (Nordyachtklub)

60

WOPR - Anlegestelle in Gdañsk (Freiwilliger Wasser-Rettungsdienst Danzig)

61

Yachthafen Gdañsk (Danzig)

62

Anlegestelle für Wasserfahrzeuge an der Straße ¯abi Kruk

63

Segelhafen an der Straße: Sienna Grobla II

64

Polnischer Seeklub in Gdañsk

65

Anlegestege in Drewnica

66

Anlegestelle in ¯u³awki

67

Anlegesteg in Rybina

68

Neue Anlegestelle in Rybina

69

Anlegestelle in Os³onka

70

Anlegestelle für Hauseboote in Rybina

71

Anlegestelle Baltica in Sztutowo

72

Marina in Stutthof

73a

Anlegestelle Bulwar Zygmunta Augusta in Elbl±g (Elbing, am Zygmunt-August-Boulevard)

73

Ognisko Sportów Wodnych Fala (Wassersportszentrum „Welle”)

74

HOW Bryza (Wassersportszentrum der Pfadfinder)

75

Yachtklub Elbl±g (Elbing)

76

Yachtanlegestelle in Bia³a Góra

77

Stadtstrandbad mit der Funktion einer Anlegestelle in Malbork (Marienburg)

78

Marina Burg Malbork

79a

Das Segelhafen Park Pó³nocny in Malbork (Nordpark in Marienburg)

79

Die Anlegestelle in Kamienica Elbl±ska (Steinort)

80

Die Anlegestelle in Nadbrze¿e (Reimannsfelde)

81

Der Hafen und die Anlegestelle in Suchacz (Succase)

82

Die Anlegestelle in Kadyny (Cadinen)

83

Der Hafen in Tolkmicko (Tolkemit)

84

Der Hafen in Frombork (Frauenburg)

85

Der Hafen in Piaski (Neukrug)

86

Der Yachthafen in Krynica Morska (Kahlberg)

87

Der Fischereihafen in Krynica Morska (Kahlberg)

88

Der Seehafen in K±ty Rybackie (Bodenwinkel)

89

Die Yachtanlegestelle in K±ty Rybackie (Bodenwinkel)

90

Die Yachtanlegestelle Neptun in K±ty Rybackie (Bodenwinkel)

91

Der Hafen in Nowa Pas³êka (Neu Passarge)

92

Das Segelhafen Dom Rybaka w Nowa Pas³êka (Neu Passarge)

93

Die Anlegestelle in Stara Pas³êka (Alt Passarge)

94

Die Yachtanlegestelle in Braniewo (Braunsberg)

95

Erklärung der Symbole

96

Wasserknotenpunkte des Werder-Rings

97

Wasserfahrtstraßen in Gdañsk (Danzig)

98

Legenda

99

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